Buchpräsentation und Lesung mit dem Berliner Verlag zero sharp

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Phantastische Erfindungen und wissenschaftliche Spekulationen prägen das Werk der beiden Zeitgenossen Raymond Roussel und Gaston de Pawlowski, deren imaginäre Maschinen und n-dimensionale Räume schon Künstler wie Marcel Duchamp und Jacques Carelman tiefgreifend beeinflusst haben. Der Berliner Verlag zero sharp wird anhand zweier Neuerscheinungen dieser Autoren durch die von ihnen aufgezeigten Dimensionen der Sprache und Wahrnehmung führen.
 
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Gaston de Pawlowski – Reise ins Land der vierten Dimension
320 Seiten, 16 x 24 cm, Softcover
 
Unerklärliche Ereignisse im Leben des namenlos bleibenden Erzählers offenbaren ihm schrittweise einen höheren Bewusstseinszustand, in dem Raum und Zeit aufgehoben sind: die vierte Dimension. Auf seiner Reise durch die Zukunft erlebt er seine eigene Gegenwart als das „Zeitalter des Leviathan“, in dem die Homogenisierung aller Menschen und Lebensbereiche das Zerrbild einer wahren Vereinigung der Geister hervorgebracht hat, besucht das „wissenschaftliche Zeitalter“ unter der Diktatur der Zwölf Absoluten Weisen, deren stets grotesk scheiternde Erfindungen die Grenzen des Materialismus aufzeigen, und gewährt dem Leser schließlich einen Ausblick auf die große idealistische Renaissance, das „Zeitalter des Goldenen Adlers“, in dem die vierte Dimension allen Menschen zugänglich geworden ist.
Ob es sich um touristische Seelenwanderungen zwischen Körpern, eiserne Läuse, die Flugzeuge befallen, oder hypertrophe Riesenbakterien handelt: Schwarzer Humor und surreale Übersteigerung haben Pawlowskis futuristischen Phantasien eine überraschende Modernität verliehen. Die Allmacht der Wissenschaft, die Vereinigung von Mensch und Maschine, die mögliche Androgynisierung der Geschlechter und die allgemeine Vernetzung des Bewusstseins sind nur einige der aktuellen Fragen, die er vorausgeahnt hat.
 
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Raymond Roussel, neue impressionen aus afrika
Raymond Roussel – Neue Impressionen aus Afrika
192 Seiten,13 x 20 cm, Softcover
Siebzehn Jahre vergehen vom ersten Entwurf bis zur Publikation der Neuen Impressionen aus Afrika, dem letzten zu Lebzeiten erschienenen Werk Raymond Roussels. Es ist zugleich sein rätselhaftestes: ein optisches Dispositiv, eine Sprachmaschine zur Vermessung jenes Raums, der das Sichtbare vom Sagbaren trennt.
In vier Gesängen setzt Roussel immer wieder zu einer Beschreibung der Dinge an, nur um sich von ihnen sogleich durch ein labyrinthisches System von Parenthesen, Aufzählungen und Analogien zu entfernen. Dabei wandelt sich seine Sprache auf der Suche nach der unmöglichen Identität in „eine Art von Wörterbuch, das sich mit dem Reim der Dinge beschäftigt: Fundgrube aller Dinge, die man nach den Regeln einer ontologischen Metrik zusammentragen könnte, um die Poesie ihres Seins aufzuschreiben.“ (Michel Foucault)
Dieser klassische Text der Moderne liegt hier in der Prosaübersetzung Hanns Grössels vor, ergänzt um zahlreiche Beiträge, die die Geschichte des Werks und seinen Einfluss auf Literatur, Kunst und Architektur erkunden.
 
http://www.zerosharp.org/