Annäherungen. Drogen und Rausch

Ernst Jünger

22.00 

Verfügbarkeit: In Stock

  • Klett-Cotta Verlag
  • 2013
  • ISBN 978-3-608-96063-1
  • Taschenbuch
  • 19 x 11.6 x 2.9 cm
(ganz unten findet ihr ein kleines, aber wichtiges Statement zu Ernst Jünger).

Drogen und Rausch sind für Jünger ein Mittel, dem Menschen einen Anteil an der geistigen Welt zu verschaffen. Zuerst ist der Rausch reiner Genuss mit Gewinn und Gefahren, dann wird er zum Abenteuer mit seinen fantastischen, ästhetischen und geistigen Bezirken, schließlich aber zur Annäherung. In zahlreichen Selbstversuchen u. a. mit Albert Hofmann, dem Erfinder des LSD, lotete Jünger die Dimensionen der Rauschmittel und ihren Bezug zu ihrem jeweiligen Kulturkreis aus.

»Im Rausch, gleichviel ob er betäubend oder erregend wirkt, wird Zeit vorweggenommen, anders verwaltet, ausgeliehen. Sie wird zurückgefordert; der Flut folgt Ebbe … Zugleich kann es zu einem prometheischen Licht- und Bildraub kommen, zum Eindringen in das Göttergehege – auch dort ist Zeit, wenngleich die Schritte weiter und mächtiger sind und gewaltige Fußstapfen zurücklassen. Auch dort sind Gefahren; das ›einmal lebt ich wie Götter‹ muss bezahlt werden.« – Ernst Jünger

»Jünger instrumentalisiert die Drogen nicht, für ihn sind sie eigenwertige Annäherungen wie die künstlerische Versenkung oder der Tanz oder die Meditation – Annäherungen an die Grenze zu etwas Unbekanntem, eine andere Welt, eine andere Zeit.« – Maja Rettig, taz

»… mäandernd und luzide, träumend und kühl.« – Katharina Döbler, kulturradio

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**Eine kleine aber wichtige Anmerkung zu Ernst Jünger**:

Wir haben sein Buch „Annäherungen“ in unser Programm genommen, weil es eines der literarisch schönsten und schlauesten Bücher zum Thema Rausch ist. Über den Pazifisten und LSD-Entdecker Albert Hofmann sind wir auf dieses Buch aufmerksam geworden, und weil Hofmann (den wir sehr schätzen) von 1947 bis zu Jüngers Tod 1997 mit diesem befreundet war, gehen wir davon aus, dass dieser nach der Erfahrung des zweiten Weltkriegs sein Weltbild ziemlich revidiert hat. Wir lehnen die antidemokratische und nationalistisch/nationalrevolutionäre Anschauung (die im Moment von den neuen Rechten und alt.right aufgegriffen wird), die in verschiedenen seiner Äußerungen (vor allem vor 1939) deutlich zu erkennen ist, entschieden ab. Zabriskie ist gegen Diskriminierung und Unterdrückung jeder Art. Zabriskie ist gegen Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und ähnliche weltfremde Ideologien.