Ein Garten

Alma de l'Aigle, Judith Schalansky (Hg.)

22.00 

Vorrätig (kann nachbestellt werden)

  • Matthes & Seitz Berlin
  • 2019
  • ISBN 978-3-95757-698-9
  • 228 pages
  • Flexibler Leinenband
  • 18.7 × 11.8 × 1.7 cm

Vor dem Hintergrund der Zerstörungen durch die Nationalsozialisten und den Zweiten Weltkrieg schrieb Alma de l’Aigle 1948 ein Buch über das Paradies ihrer Kindheit: In dem ab 1888 von ihrem Vater auf einem Stück Ackerland im heutigen Hamburg-Eppendorf angelegten Zier- und Nutzgarten lebte die Familie im Rhythmus der Jahreszeiten von und mit der Natur: alle, die Eltern, die drei Töchter und die Großmutter bestellen den Obst- und Gemüsegarten, kümmern sich um die Blumen des Ziergartens und ziehen Wein im Gewächshaus. Was nicht selbst verbraucht werden kann, verschenkt die Familie – und ganz besonders feine Früchte werden an den besten Feinkostladen Hamburgs verkauft. Von dieser prägenden Lebenswelt erzählt Alma de l’Aigle kundig und in einer staunenswerten Sprache, dass man glaubt, die Farben und Formen sehen, die Düfte riechen und das Obst und Gemüse und schmecken zu können. Ihr lange vergriffenes Gartenbuch ist poetische Beschwörung einer verlorenen Kindheitswelt, Dokument der Gartengeschichte, mit dessen Hilfe sich Teile der Anlage rekonstruieren ließen, sowie ein kraftvolles Manifest für einen ebenso sachlich wie sinnlichen Umgang mit der Natur.

Alma de l’Aigle, (1889–1959 in Hamburg) war eine Reformpädagogin und Volksschullehrerin, Autorin von Kinder- und Gartenbüchern sowie pädagogischen Ratgebern. Sie war darüberhinaus Sozialistin, Gärtnerin und Rosenkennerin. Sie spielte eine bedeutende Rolle in der Jugendbewegung. Ihre Schriften wurden von den Nationalsozialisten verbrannt, sie selbst unterstützte den Widerstand gegen das Regime. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie Gründungsmitglied des Deutschen Kinderschutzbundes, Mitglied der Dienststrafkammer beim Bundesverwaltungsgericht sowie der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften. Brita Reimers lebt und arbeitet als Autorin, Herausgeberin, Übersetzerin und Lektorin in Berlin. Judith Schalansky, geboren 1980 in Greifswald, studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign und lebt als freie Schriftstellerin und Buchgestalterin in Berlin. Sowohl ihr Atlas der abgelegenen Inseln (mare, 2009) als auch ihr Bildungsroman Der Hals der Giraffe (Suhrkamp, 2011) wurden von der Stiftung Buchkunst zum »Schönsten deutschen Buch« gekürt. Für ihren Roman Verzeichnis einiger Verluste erhielt sie 2018 den Wilhelm-Raabe-Preis. Seit dem Frühjahr 2013 gibt sie die Reihe Naturkunden heraus.

»Dieses Buch legt wunderbares Zeugnis davon ab, welche Glückseligkeit die Hingabe an einen Garten bedeuten kann und dass es offensichtlich eine tiefe Beziehung ist, die man da eingeht. Abgesehen davon, dass dieses Buch sehr kundig macht, tut es auf seltsame Art wohl.« – NDR

Das könnte dir gefallen...