Einhorn, Sphinx und Salamander – Das Buch der imaginären Wesen

Jorge Luis Borges

8.90 

Vorrätig

  • Fischer Verlag
  • 2004 (neue Auflage)
  • ISBN: 978-3-596-10584-7
  • 224 Seiten
  • Taschenbuch, Broschur
  • 19 x 12.6 x 9 cm

Das Buch der imaginären Wesen geht weit über seinen ursprünglichen Titel und Rahmen – »Handhabung der phantastischen Zoologie« – hinaus. Neben Fabeltieren von der doppelköpfigen Schlange Amphisbaena bis zum Schiffe versenkenden Riesenfisch Zaratan umfaßt das Werk auch die in-teressantesten metaphysischen Geschöpfe der menschlichen Phantasie, darunter etwa jüdische Dämonen, Swedenborgs Engel oder die nicht nur in verstöpselten Flaschen vorkommenden Dschinn. Die Lektüre der meisten Artikel wird dank des bewußt faktischen Tonfalls zu einem höchst spöttischen Vergnügen; der Anhang bietet weitergehende Informationen über die ergötzlichsten Monster der Weltliteratur.

„Viele sind vergessen von diesen Fabeltieren aus uralten und neueren Mythen. Am treuesten hielten noch Künstler und Kinder zu ihnen. Mit der Zeit wurden die Tiere immer mehr der Lächerlichkeit preisgegeben. Von einigen wenigen Literaten und Anhängern okkulter Wissenschaften bekamen sie ihr Gnadenbrot; einige moderne Firmen spannten Phönix und Salamander, Zentaur und Sirene für ihre nüchternen Zwecke ein; auf einige, wie das Einhorn, fiel der entlarvende Blick der Tiefenpsychologen; Harpyien, Chimära, Basilisk und Zerberus nisteten sich in die Umgangssprache ein und überlebten da, wie Trichinen im Schweinefleisch. Was aber ist mit Borametz, mit Chumbaba und Odradek und vielen anderen geschehen? Das Handbuch von Borges gibt ihnen allen noch eine letzte Chance. Es zitiert aus respektablen Quellen, es beschreibt Äußeres, Gewohnheiten, Neigungen und Fähigkeiten der Fabeltiere. Nicht selten winkt ein Hinweis zwischen den Zeilen, in welcher Form ein Comeback gewisse Aussichten hätte. Bilder nach alten Darstellungen ergänzen die schriftlichen Ausführungen; man wünschte sich mehr davon.“ – Germán Kratochwil, Die Zeit