Mit Baumhäusern gegen Bagger

16.00 

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  • Packpapierverlag
  • ISBN 978-3-931504-55-7
  • 197 Seiten
  • Umweltpapier, Recycling-Kartonumschlag
  • 21 x 15 x 3 cm

Geschichten vom Widerstand im rheinischen Braunkohlerevier

Der Hambacher Forst ist Europas letzter „Urwald“; er ist 12.000 Jahre alt- und bald verschwunden, denn seit Jahren rodet und baggert der Energiekonzern RWE, Europas größter Luftverschmutzer, die grüne Landschaft zur Wüste. Die Folgen für die Natur sind verheerend, nicht nur direkt vor Ort, sondern auch in Form der weiteren Aufheizung der globalen Temperatur durch die Braunkohleverbrennung. Die weltweiten Folgen sind Klimawandel, Klimakriege, Massenflucht, die lokalen: Zwangsumsiedlung, Bergschäden, Feinstaubbelastung, Vernichtung jahrtausendealter Siedlungsgemeinschaften und Kulturräume. Früher wären für das gigantische Vernichtungswerk der RWE Armeen und Kriege nötig gewesen, heute genügt eine handvoll monströser Bagger (im Schnitt 80-90 Meter hoch und 200 Meter lang), die von ein paar Kranführern bedient werden, dazu politischer und sozialer Druck und finanzielle Bestechung. Im politisch und ethisch taubstummen Merkelland geschieht nicht viel, um dieses verrückte Treiben zu beenden- aber etwas passiert doch!

In 2012 besetzen Umweltaktivisten mit Baumhäusern und (Dauer-)Camps den bedrohten Wald, sie blockieren Bagger, leisten Aufklärungsarbeit, vernetzen sich mit internationalen Gruppen und Aktivisten und probieren wie nebenbei in ihren „MonkeyTowns“, „Neuländern“ und „Skillsharing Camps“ alternative Lebens-, Lern- und Vergemeinschaftungsformen aus- für ein Leben jenseits von Umweltzerstörung, Ausbeutung und Konditionierung. Repressionen, Durchsuchungen, DNA-Abnahmen, Inhaftierungen und Räumungen durch die Polizei und die privaten Sicherheitsdienste der RWE lassen die Aktivisten nicht den Mut verlieren, sondern sind ihnen Beweis dafür, daß es nicht „egal“ oder „umsonst“ ist, sich gegen die „Großen“ aufzulehnen, denn jedesmal, wenn sie reagieren und sich erklären müssen, verlieren sie Zeit (beim Baggern) und Ansehen (in der Bevölkerung und bei Aktionären), werden sie auf rechtlich dünnes Eis gelockt und machen sich immer stärker angreifbar.
Im vorliegenden Buch erzählen die Umweltaktivisten ihre Geschichten vom Widerstand, informieren über die Ökologie des Waldes, legen Medien- und Politfilz offen, machen sich Gedanken zur Frage, wie Menschen in Frieden miteinander und mit der Natur leben können. Verträumt, wütend, kampflustig, übermütig, optimistisch, nachdenklich – jeder Widerständler ist anders und vermutlich ist es gerade die bunte Vielfalt von Menschen und Aktionsformen, die den Widerstand im Hambacher Forst von Jahr zu Jahr weiterleben, wachsen und sich entwickeln läßt.

Just im Monat der Herausgabe dieses Buches stürmten 800 Aktivisten den Garzweiler Baggerkrater— alle wurden von der Polizei abgeführt und von der RWE wegen Hausfriedensbruchs angezeigt. Der Energieriese reagiert überzogen und panisch, die Aktivisten werden weiterkämpfen!