Die Spaziergangswissenschaft – Ein Abend mit Martin Schmitz über Promenadologie, Landschaft und Lucius Burckhardt

Martin Schmitz, Verleger in Berlin und Professor an der Kunsthochschule Kassel, wird an diesem Abend das im vergangenen Jahr erschienene Buch “Landschaftstheoretische Aquarelle und Spaziergangswissenschaft”, mit verschiedenen Texten und Arbeiten von Lucius Burckhardt, vorstellen, und allgemein die Promenadologie und ihre Herangehensweisen erklären.

Zum ersten Mal öffentlich zu sehen waren einige land-schaftstheoretische Aquarelle Lucius Burckhardts 1987 in der Kreuzberger Galerie Eisenbahnstraße, die in einem Kohlen-keller in der Manteuffelstraße untergebracht war. Im vergangenen Jahr wurden sie auf der 14. documenta in Kassel und Athen ausgestellt. Welchen Platz nehmen sie in der von Burck-hardt erfundenen Spaziergangswissenschaft ein, und was ist überhaupt Spaziergangswissenschaft, Promenadologie oder englisch auch Strollology?

Lucius Burckhardt (1925-2003) setzte sich seit Anfang der 1950er Jahre sehr umfangreich mit Fragen der Gestaltung unserer Umwelt auseinander und bewegte sich zwischen Disziplinen wie Stadtplanung, Landschaftsgestaltung, Design und Soziologie. In den Fragen und Formeln: “Warum ist Landschaft schön?”, “Durch Pflege zerstört” oder “Der kleinstmögliche Eingriff” fasste er seine Beobachtungen und Erkenntnisse zusammen und fand in den 1980er Jahren für sein Fach einen Namen: Spaziergangswissenschaft. Er hatte gemerkt, dass das Auto und die stetig wachsende Mobilität nicht nur die sichtbare Umgebung verändert hatten, sondern auch unsere Wahr-nehmung der Umwelt in Verbindung mit einer stetig wachsenden Bedeutung der Medien. In der Spaziergangswissenschaft analysierte er nicht nur diese Veränderungen, sondern zeigte auch respektvollere alternative Möglichkeiten des Umgangs mit der Natur, der Umwelt, der Umgebung.